Limberg-Nonnenstein-Weg

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Zur Vorbereitung auf Jena und die FRC war ich auf der Suche nach geeigneten Touren in der Nähe. Dabei stiess ich vor einer Weile auf den Limberg-Nonnenstein-Weg. Um die 30 km lang (die Angaben variieren etwas) startet der Weg offiziell in Preussisch Oldendorf, führt über die Limburg, Bad Holzhausen, Neue Mühle, den Nonnenstein und am Grünen See vorbei wieder nach Preussisch Oldendorf.

Am 14. April passte alles. Mein Trainingsstand sollte die Strecke erlauben, es war Zeit genug und auch das Wetter schien mitzuspielen. Gegen 10:00 Uhr machte ich mich auf den Weg, um zwischen Neue Mühle und Nonnenstein in die Runde einzusteigen. Für den “Zustieg” brauchte ich etwa eine halbe Stunde. Dann ging das Rätseln los. Ich hatte einen Track des Weges auf dem Garmin, hoffte aber auch auf Wegmarkierungen zu stossen. Dummerweise hatte ich vergessen nachzuschlagen, ob und wie der Weg markiert war… Also habe ich mich zunächst an den Track gehalten und bald die Markierung o im Verdacht gehabt. Um den Nonnenstein herum waren aber irgendwie an allen passenden und unpassenden Stellen solche Markierungen zu finden, und einen Hinweis auf den Limberg-Nonnenstein-Weg gabs auch nicht. Auch mein Track konnte nicht stimmen, hielt er sich doch bald entlang der Grenze zwischen NDS und NRW, wo gar kein Weg ging! Also erstmal Richtung Grüner See, um den zu finden brauchte ich weder Track noch Wegmarkierung. Hier war ich schon oft genug unterwegs. Die Kringel begleiteten mich, aber immer noch war ich nicht sicher, ob das die richtige Markierung ist.

Kaum in Niedersachsen fand ich einen beschrifteten Kringel. “Limberg-Nonnenstein-Weg, 32 km”. Prima, dann konnte das GPS erstmal in den Rucksack!

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Trotzdem gabs am Grünen See noch einmal kurz Verwirrung. An der Strasse fehlten die Markierungen, was noch kein Problem war. Sollte ja zum Grünen See gehen. Am Parkplatz vom See gab es auch wieder Kringel. Wie gewohnt erstmal zum See und zum Wasserfall gelaufen und dabei wohl den Abzweig verpasst. Dank ausreichender Ortskentnisse war aber die nächste Markierung bald gefunden.

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Nun befand ich mich in für mich unbekanntem Terrain. Zunächst noch durch den Wald ging es bald darauf durch Wiesen und Felder erst hinunter und dann wieder hinauf durch ein sanftes Tal. Auf der anderen Seite angekommen machte ich (nach ca. 14 km) die erste Pause.

Gut gestärkt ging es auf gut markiertem Weg am Wiehnturm (auf die Besteigung habe ich verzichtet…) vorbei, sanft bergauf und bergab am Nordhang des Wiehengebirges entlang, bis der Weg ins Tal nach Preussisch Oldendorf führte. Am offiziellen Startpunkt am Freiband vorbei ging es aber bald wieder in den Wald, und langsam aber stetig bergauf Richtung Limburg. Ablenkung gabs hier durch eine Jäger-Schnitzeljagt. Überall im Wald waren nummerierte Plastik-Tiere mit Zielscheibe “versteckt”. Neben Igeln, Murmeltieren und einem Kranich gabs noch jede Menge andere Viecher.

Aber auch echte Tiere begegneten mir. Nicht nur die allgegenwärtigen Vögel. Ein Hermelin hatte mich zunächst nicht bemerkt und lief auf mich zu. Als es nur noch ca. 5 Meter von mir entfernt war bemerkte es mich doch und verschwand nach kurzem Zögern im Wald. 3 mal habe ich Rehe gesehen, einmal konnte ich sie sogar eine Weile beobachten bevor sie mich bemerkten und verschwanden.

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Nach 19 km eine weitere, kurze Pause. Eigentlich wollte ich hier nur einen Cache suchen, aber es gab eine tolle Bank zum Entspannen, und so legte ich für ein paar Minuten die Füsse hoch und genoss die Aussicht. So ausgeruht waren die nächsten 4 km bis zur Limburg ein Kinderspiel. Hier gabs noch einen Cache, und die zweite grössere Pause. Diesmal mit heissem Kakao!

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Jetzt wurde das Wetter auch zunehmend schlechter. Dunke Wolken verdrängten die Sonne. So fiel die Pause etwas kürzer aus als geplant, und ich sah zu, auf den nächsten Kilometern zügig voran zu kommen. Der Weg war angenehm und ohne grosse Steigungen, und so kam ich tatsächlich schnell voran. Schneller als erwartet erreichte ich Bad Holzhausen. Der Weg führt hier einmal quer durch den Kurpark, und der neuen Cache direkt am Wegesrand war schnell gefunden und geloggt.

Nach Bad Holzhausen ging es über Felder und Wiesen stetig bergauf. Dabei fiel mein Blick immer wieder zurück auf die dicken Wolken, und ich war froh die Runde in dieser Richtung angegangen zu sein. Dort wo ich heute früh unterwegs war schien es zu schütten, während ich ab und zu noch etwas Sonne abbekam.

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Zum Endspurt führte der Weg noch einmal in den Wald. Nach einem kurzen unwegsamen Stück folgte der Endspurt auf einer Forststrasse hinab zur Neuen Mühle. Hier gibt es einen Bahnhof, der ideale Einstiegspunkt für alle, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen!

Hier hatte ich die Wahl, auf direktem Weg zurück zum Wochenend-Domizil zu laufen oder die Runde komplett zu machen. Letzteres bedeutete einen weiteren Aufstieg und 1-2 km mehr, aber ich fühlte mich noch so fit, das ich dem Weg bis zu meinem Einstieg am Morgen folgte.

Eine halbe Stunde später war ich zurück am Startpunkt. Müde, aber nicht so erschöpft wie zunächst befürchtet. Auch der Muskelkater hielt sich am Folgetag in Grenzen.

Statistische Daten der Tour: 35 km (inkl. Zustieg), 8 Stunden inkl. Pausen und Fotostopps.

Fazit: wenn man weiss, wie der Weg ausgeschildert ist, erwartet einen eine bis auf wenige Ausnahmen gut markierte Wanderung. Mal auf schmalen Pfaden, meist auf Forstwegen. Es geht ständig auf und ab, aber ohne starke Steigungen. Nonnenstein, Wiehenturm und Limburg bieten schöne Aussichtspunkte (wenn man gewillt ist, die Stufen hochzusteigen). Einkehrmöglichkeiten und Schutzhütten sind begrenzt, aber vorhanden. Mit ein bisschen Kondition gut an einem Tag zu schaffen.