Kurztest Navin MiniHomer 2.6

Nicht immer, wenn ich unterwegs bin, benötige ich einen ausgewachsenen GPS-Empfänger mit installierten Karten, Geocaches und weiteren Features. Oft bin ich auf bekannten Strecken unterwegs und brauche nur einen Track fürs Geotaggen meiner Fotos, oder will wissen, wie lange ich heute für die Strecke gebraucht habe. Dafür jedes mal mein treues, aber schweres und grosses Garmin Oregon mitzunehmen war mir irgendwann zu lästig und ich habe mich nach Alternativen umgesehen. So habe ich mich nach einigen Recherchen für den Navin MiniHomer 2.6 entschieden.

Navin MiniHomer

Technische Daten

Das Gerät ist mit 7,4 cm x 3,6 cm x 1,8 cm etwas grösser als eine Streichholzschachtel. Mit 41 g noch dazu ein Leichtgewicht, das sich ohne zu stören um den Hals tragen lässt. Dafür ist eine grosse Öse am Gehäuse vorgesehen, in die sich problemlos auch ein Schlüsselkarabiner einhängen lässt. Ein ordentlich abgedeckter USB-Anschluss dient zur Datenübertragung und zum Aufladen des eingebauten Akkus. Die Akkulaufzeit beträgt nach meinen bisherigen Erfahrungen mindestens 12 Stunden. Das Gerät ist laut Hersteller nach IPX6 wasserdicht. Ich habe mich für die Variante in gelb / schwarz entschieden, zum einen weil mir die Farbe gefällt, zum anderen lässt sich der Zwerg so schneller wieder finden (weitere verfügbare Farben: schwarz oder weiss).

MiniHomer Grössenvergleich

Zum Lieferumfang gehören ein USB-Kabel, ein USB-Adapter fürs Auto und ein USB-Adapter für die Steckdose. Ausserdem liegt eine ausführliche deutsche Bedienungsanleitung (auf Papier!) bei. Die Software nTrip (sowie der USB-Treiber) muss man von der Homepage herunterladen. Die Software kann man mit dem MiniHomer kostenlos registrieren.

Funktionen

Erstaunlich, was so ein kleines Teil alles an Funktionen hat:

  • Ein magnetischer Kompass hilft bei der Navigation und Orientierung, auch wenn man nicht in Bewegung ist
  • Man kann 5 Wegpunkte auf dem Gerät speichern (mit Symbolen gekennzeichnet). Entweder vor Ort durch einen Knopfdruck, oder zu Hause über die im Lieferumfang enthaltene Software nTrip. Angezeigt werden Richtung und Entfernung zum Wegpunkt (Luftliniennavigation)
  • Anzeige der Uhrzeit, jedoch ohne Sekunden
  • Trackaufzeichnung von bis zu 250000 Punkten und Anzeige des freien Speichers. Über die Software kann eingestellt werden, wie oft Trackpunkte aufgezeichnet werden
  • Anzeige der aktuell empfangenen Satelitten, inklusive Richtung (als Pfeil auf der Kompassrose) und Stärke des Signals
  • Es besteht die Möglichkeit, einen Wegpunkt als Koordinate einzugeben und sich per Luftliniennavigation dorthin führen zu lassen. So kann man notfalls sogar einen Multicache angehen
  • Anzeige der aktuellen Position und Höhe (die Höhe wird jedoch nur aus dem GPS-Signal ermittelt und ist somit nur ein ungefährer Wert). Hier kann man auch durch Knopfdruck die aktuelle Position als POI speichern. Man kann beliebig viele POIs speichern, allerdings kann man nur über die Software darauf zugreifen. POIs stehen somit nicht zur Navigation zur Verfügung, sondern helfen, später am PC interessante Orte wieder zu finden und für spätere Touren zu nutzen.
  • Im Sportmodus kann man sich die zurückgelegte Entfernung, die Zeit die man dafür benötigt hat, die aktuelle Geschwindigkeit, die aktuelle Schrittgeschwindigkeit, die maximale Geschwindigkeit sowie die maximale Höhe anzeigen lassen. Beim Ausschalten des Gerätes werden die Daten gespeichert. Mit einem Knopfdruck werden alle Werte im Sportmodus zurückgesetzt.
  • Mit der Wegpunktprojektion steht dem Geocacher eine weitere hilfreiche Funktion zur Verfügung
  • Man kann den MiniHomer auch als GPS-Maus am Laptop verwenden
  • Mit der Software nTrip lassen sich Wegpunkte komfortabel ans Gerät übertragen, POIs und Tracks auslesen und Einstellungen am Gerät vornehmen. nTrip bietet die Möglichkeit, Fotos zu taggen und Tracks auszuwerten und zu bearbeiten. Allerdings greift nTrip auf GoogleMaps zu und ist somit auf eine Internet-Verbindung angewiesen.
Mein Fazit

Nach knapp einem Monat hat mich der MiniHomer überzeugt.

Die Bedienung ist zunächst gewöhnungsbedürftig, es stehen lediglich 2 Knöpfe zur Verfügung und auch die Anzeigen auf dem Display erschliessen sich nicht immer sofort (AM zeigt die aktuelle Position an, eine Note zeigt, ob die Trackaufzeichnung aktiv ist…). Das erfordert am Anfang etwas Einarbeitungszeit. Die Bedienung ist aber letzendlich logisch aufgebaut und nach ein paar Tagen war die Bedienung kein Problem mehr.

Das Gerät braucht nach dem Einschalten immer eine Weile, bis es einen guten Empfang hat. Mit etwa 30s sollte man rechnen. Bei schlechtem Empfang springt die Position schon mal gewaltig hin und her, unter normalen Bedingungen ist die Qualität des Tracks aber gut. Nach dem Einschalten sollte man kurz warten, bis ein guter Empfang vorhanden ist, und dann erst loslaufen, dann klappt es auch mit ordentlichen Tracks.

Zum einfachen Aufzeichnen der Tour, zum Geotaggen von Fotos und für nützliche Infos unterwegs (wie weit, wie lange, wie schnell, wie spät) ist das Gerät ideal. Klein und leicht merkt man es kaum, und die Akkulaufzeit sollte für Tagestouren locker reichen.

Zur Navigation stehen nur Kompass und Luftlinien-Navigation zur Verfügung. Vorbereitend kann man bis zu 5 Wegpunkte anlegen (die man unterwegs mit der aktuellen Position überschreiben kann). Ein weiterer Wegpunkt kann unterwegs durch Eingabe von Koordinaten angelegt und angesteuert werden. Leider kann man das Koordinatenformat nicht auf UTM umstellen, was die Übertragung der Koordinaten auf eine topografische Karte erschwert. Wer auf gut markierten Wegen unterwegs ist und das Gerät mehr zur Nachbereitung der Tour braucht, hat alles was man braucht. Ernsthafte Navigation in schwierigem (oder gar weglosen) Gelände ist aber mit dem MiniHomer alleine eher nicht möglich.

Zum Geocachen kann der MiniHomer problemlos verwendet werden. Wer die Cachebeschreibung ausgedruckt hat oder nicht braucht kann bis zu 5 Caches auf dem Gerät speichern. Koordinateneingabe (hier passt das vorgegebene Koordinatenformat zum bei Geocachern üblichen) und Wegpunktprojektion ermöglichen auch Multicaches. Natürlich ist hier ein Gerät mit Karte und Cachebeschreibung komfortabler, aber früher gings auch ohne, und wer nur ein oder zwei Tradis am Wegesrand mitnehmen möchte, sollte das auch mit dem MiniHomer schaffen!

Fazit: Für die Fototour oder den Spaziergang auf bekannten Wegen reicht mir der MiniHomer. Das Gerät ist klein, leicht und tut was es soll. Zum Geocachen greife ich dann aber doch lieber zu meinem Garmin, schon alleine wegen der Cachebeschreibungen.